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    Rotweine

    Vom fruchtigen italienischen Rotwein für den Sommer bis hin zum gerbstoffreichen, schweren Rotwein aus Frankreich – die Vielfalt an Rotweinsorten, Anbaugebieten und Geschmacksnuancen ist riesig. Erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema Rotwein und finden Sie den passenden Wein für Ihren pers?nlichen Geschmack und jeden Anlass.

Was zeichnet Rotweine aus?

Im Gegensatz zu Wei?weinen werden Rotweine in der Regel deutlich w?rmer – zwischen 14 und 19 °C – serviert und enthalten meist mehr Alkohol. Da die Maische bei der G?rung auch mit den Schalen der Trauben in Kontakt kommt, gelangen Farbstoffe in den Wein, die ihm seine unverkennbare rote Farbe verleihen. H?ufig werden Rotweine zudem in Eichenf?ssern (auch Barrique genannt) ausgebaut, wodurch Gerbstoffe in den Wein abgegeben werden. Diese bringen ein besonders kr?ftiges Aroma hervor, das sich stark von dem der meisten Wei?weine unterscheidet.

Je nach Zuckergehalt werden Rotweine entweder als trocken, halbtrocken oder lieblich klassifiziert, wobei lieblicher Rotwein am meisten Zucker enth?lt. Ein als trocken bezeichneter Wein darf nach EU-Richtlinien nicht mehr als 9 g Restzucker enthalten, w?hrend halbtrockene Weine bis zu 18 g und liebliche Weine bis zu 45 g Zucker enthalten dürfen. Weine, die mehr als 45 g Zucker enthalten, müssen als sü? bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich in der Regel um Dessertweine , die mit dem Geschmack eines trockenen Weins nur noch wenig gemeinsam haben.

Feinherb ist eine weitere Bezeichnung, die lediglich in Deutschland zugelassen ist und halbtrockene Weine mit einem ausgewogenen Verh?ltnis von S?ure und Sü?e bezeichnet. Auch Weinneulinge k?nnen bereits vor dem Kauf einsch?tzen, wie der Wein ungef?hr schmecken wird, denn in der Regel ist auf dem Etikett des Weins vermerkt, ob dieser trocken, feinherb, halbtrocken, lieblich oder sü? ist.

Wie wird Rotwein hergestellt?

Rotwein wird in Aluminiumtanks und Holzf?ssern gelagert.

Um Rotwein herzustellen , müssen die Trauben zun?chst gelesen und nach Qualit?t sortiert werden. Der Zeitpunkt der Lese h?ngt stark von den Wetterverh?ltnissen, dem Reifegrad der Trauben und der Rotweinsorte ab. Nach der Lese werden die Trauben entrappt. Bei diesem Vorgang werden die einzelnen Beeren von ihren Stielen befreit, damit keine ungewünschten Aromen in den Wein gelangen. Im Gegensatz zum Wei?wein werden die Trauben zur Rotweinherstellung nicht direkt gepresst, sondern nur gestampft, damit sie aufplatzen und der Saft austreten kann.

Die entstehende Masse aus Fruchtfleisch, Saft, Kernen und Schalen wird Maische genannt. Sie wird in einem G?rtank fermentiert. Durch diesen Prozess der Fermentation oder G?rung wird der Zucker im Traubensaft durch Hefepilze in Alkohol umgewandelt. Erst danach werden die Trauben sanft gepresst, von den Schalen und Kernen getrennt, in gro?e Edelstahltanks oder Holzf?sser gefüllt, um dort zu reifen. W?hrend dieses Reifeprozesses, der Ausbau genannt wird, wird die im Most enthaltene Apfels?ure durch Bakterien in Milchs?ure umgewandelt. Im letzten Schritt wird der Rotwein gekl?rt und abgefüllt, bevor er einige Zeit gelagert und schlie?lich verkauft wird.

Welcher Rotwein passt zu welchem Essen?

Egal ob Merlot, Sp?tburgunder oder Dornfelder: Viele gute Rotweine entfalten ihr gesamtes Potenzial erst, wenn sie mit dem richtigen Essen kombiniert werden. Und das muss gar nicht so kompliziert sein, wie viele denken. Heutzutage werden Weine und Essen freier kombiniert als früher und althergebrachte Regeln wie ?Rot zu Fleisch“ und ?Wei? zu Fisch“ gelten bereits seit l?ngerer Zeit als überholt. Einige klassische Kombinationen wie Gulasch mit Rotwein oder Rinderbraten mit Rotwein sind jedoch nach wie vor beliebt. Folgende Tipps helfen bei der Wahl einer harmonischen Kombination:

  • Gerichte mit viel S?ure ben?tigen eher s?urearme Weine, um zu vermeiden, dass sich die S?ure multipliziert. Sü?liche Gerichte oder Desserts vertragen hingegen oft auch sü?ere Weine, die so eine besondere Harmonie erzeugen.

  • Zu scharfen Gerichten sollte stets ein aromatisch fruchtiger Wein getrunken werden.

  • Alkoholreiche Weine verst?rken den Eindruck von Sü?e oder Gewürzen im Essen.

  • Stark fetthaltige Gerichte verlangen ebenfalls nach alkoholreichen oder s?urebetonten, gerbstoffhaltigen Weinen.

Welches Rotweinglas ist das richtige?

Mit Rotwein ansto?en

Da Rotweine h?ufig ein sehr komplexes Aroma aufweisen, sollte ein Rotweinglas gr??er als ein Wei?weinglas sein. Dabei gilt: je intensiver das Aroma, desto gr??er auch das Glas. Neben Standard-Rotweingl?sern gibt es auch das Bordeaux-Glas, das für Rotweine mit einem hohen Tanningehalt ideal ist, da diese im Glas optimal geschwenkt werden k?nnen, um sie atmen zu lassen. Burgundergl?ser hingegen sind für edle Weine mit starkem Charakter und einem hohen Alkoholgehalt ideal. Die hochprozentigen Weine ben?tigen viel Luft und k?nnen ihr Aroma durch die Ballonform des Glases optimal entfalten.

Welche Rebsorten und Anbaugebiete sind für Rotwein bekannt?

Guter Rotwein wird in vielen L?ndern und Anbaugebieten hergestellt. Besonders beliebt sind beispielsweise Rotweine aus Frankreich, Italien und Spanien, da vor allem die Herstellung kr?ftiger Rotweine durch das dort vorherrschende warme Klima begünstigt wird. Doch auch in Deutschland werden viele erstklassige Rotweine hergestellt. Zu den beliebtesten Rebsorten z?hlen:

Rebsorte Geschmack
Pinot Noir Erdbeeren, rote Beeren und Leder
Cabernet Sauvignon schwarze Johannisbeeren, manchmal grüne Paprika
Tempranillo Kirsche, Brombeeren und Lakritze
Primitivo Würzige Pfeffer-Noten, Zimt und Nelken
Syrah Leder, Pflaumen und schwarzer Pfeffer
Merlot Kirsche, Tabak und dunkle Beeren

Fragen & Antworten

Wie viele Kalorien hat ein Glas Rotwein?

Ein Glas (0,1 l) Rotwein hat ca. 80 Kalorien.

Welche Trinktemperatur ist die Beste?

Die perfekte Trinktemperatur eines Rotweins h?ngt von der Schwere des Weins und der Rebsorte ab. Kraftvolle, schwere Weine wie ein Cabernet Sauvignon schmecken bei 18 bis 19 °C am besten, w?hrend leichtere Rotweine zwischen 16 und 18 °C getrunken werden sollten. Einige Weine wie z. B. ein junger Beaujolais werden sogar bei 14 Grad getrunken.

Wie lange ist ein offener Rotwein haltbar?

Rotwein ist grunds?tzlich etwas l?nger haltbar als Wei?wein, da die Gerbstoffe im Wein wie ein Konservierungsmittel wirken. Es kommt au?erdem darauf an, wie voll die Flasche ist, denn je mehr Sauerstoff mit dem Wein in Kontakt kommt, desto schneller wird er schlecht. Ist die Flasche noch zu drei Vierteln gefüllt, h?lt sich ein Rotwein bis zu sieben Tage lang, w?hrend eine Flasche, in der nur noch 100 ml verbleiben, schon nach wenigen Tagen ungenie?bar sein dürfte. Spezielle Vakuum-Stopfen, die es erlauben, den Sauerstoff aus der angebrochenen Flasche zu pumpen, erh?hen die Haltbarkeit des Weins erheblich.

Ist Rotwein gesund?

In gr??eren Mengen ist Rotwein selbstverst?ndlich nicht gesund. Ob ein Glas Rotwein am Tag tats?chlich die Gesundheit f?rdert, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Viele Studien sollen dies belegen, jedoch wird deren Aussagekraft von vielen Ern?hrungswissenschaftlern infrage gestellt. Ob Rotwein in Ma?en gesund ist, h?ngt daher sehr vom Lebensstil ab.

Was ist guter Rotwein? Weinempfehlungen vom Profi

Die Wahl des richtigen Rotweins h?ngt sehr von den eigenen Vorlieben ab, daher gilt grunds?tzlich: Gut ist, was schmeckt! Der Weinexperte Richard Bampfield empfiehlt, Weine zwischen 6 und 12 Euro zu kaufen, da diese in der Regel das beste Preis-Leistungs-Verh?ltnis haben. Viele der berühmtesten Weine Europas sind bereits unter 10 Euro zu haben, wie zum Beispiel ein Bordeaux oder C?tes du Rh?ne aus Frankreich, ein Chianti, Montepulciano oder Primitivo aus Italien oder ein Rioja oder Tempranillo aus Spanien.

Das gesamte Interview mit Weinprofi Richard Bampfield finden Sie in unseren Weintipps .